E322 — Lecithine
Auch bezeichnet als: Sojalecithin · Sonnenblumenlecithin · Emulgator Lecithin
Lecithin ist ein Phospholipid-Gemisch, das in Eigelb, Sojabohnen und in den Membranen menschlicher Zellen vorkommt. Die EFSA legte keinen Zahlenwert fest. Praktisch relevant ist für die meisten nur die Allergenzeile: Sojalecithin muss deklariert werden.
Auf einen Blick
- E-Nummer
- E322
- Klasse
- Emulgator, Antioxidationsmittel
- Herkunft
- Aus Sojabohnen, Sonnenblumenkernen, Raps oder Eigelb
- EU-Status
- Zugelassen, quantum satis
- Duldbare Tagesdosis
- Nicht festgelegt (EFSA, 2017)
- Typisch enthalten in
- Schokolade, Brot, Margarine, Säuglingsnahrung, Instantpulver, Backwaren
Was es tatsächlich ist
Lecithine sind ein Gemisch von Phospholipiden — derselben Molekülklasse, die die Membran jeder Ihrer Zellen bildet. Kommerziell fallen sie bei der Raffination von Pflanzenöl an, meist Soja oder Sonnenblume; historisch stammten sie aus Eigelb, woher auch der Name kommt (griechisch lekithos, Eigelb).
Als Emulgator lassen sie Fett und Wasser mischen. In Schokolade leisten sie etwas Spezielleres: Ein Bruchteil eines Prozents senkt die Viskosität drastisch, sodass Hersteller weniger Kakaobutter brauchen und die Masse trotzdem fließt und richtig erstarrt.
Sicherheitsbewertung
Die EFSA bewertete Lecithine 2017 neu, sah bei den gemeldeten Einsatzmengen keine Sicherheitsbedenken und setzte den ADI auf „nicht festgelegt“. Lecithin ist zudem in Säuglingsanfangsnahrung zugelassen — eine der am strengsten regulierten Kategorien des europäischen Lebensmittelrechts und ein brauchbarer Anhaltspunkt dafür, wie das Risiko eingeschätzt wird.
Verdaut wird es als Fett und Phosphor, beides gewöhnliche Nahrungsbestandteile.
Die Allergenfrage
Soja gehört zu den 14 Allergenen, die auf europäischen Etiketten deklariert werden müssen. Sojalecithin erscheint deshalb ausdrücklich — meist fett oder in Großbuchstaben hervorgehoben — und versteckt sich nicht hinter der E-Nummer.
In der Praxis enthält raffiniertes Sojalecithin nur sehr wenig Sojaprotein, und viele Menschen mit Sojaallergie vertragen es. Das ist ausdrücklich keine Entscheidung, die man anhand einer Webseite treffen sollte: Wer eine diagnostizierte Sojaallergie hat, richtet sich nach ärztlicher Empfehlung. Sonnenblumenlecithin ist eine verbreitete Alternative und nicht deklarationspflichtig — einer der Gründe, warum Hersteller zunehmend darauf umstellen.
So bewertet Frela ihn
Frela bewertet E322 als kein bekanntes Risiko. Es wirkt sich auf die Zusatzstoff-Komponente nicht aus.
Was das nicht heißt, sei dazugesagt: Eine Tafel Schokolade aus Kakao, Zucker und Lecithin kann trotzdem schlecht abschneiden, weil die Nährwert-Komponente auf Zucker und gesättigte Fettsäuren reagiert. Eine saubere Zusatzstoff-Bewertung und ein guter Gesamtscore sind zweierlei.
Häufige Fragen
Ist Sojalecithin bei Sojaallergie unbedenklich?
Raffiniertes Lecithin enthält sehr wenig Sojaprotein und wird oft vertragen. Diese Frage gehört aber in die allergologische Sprechstunde, nicht in eine App. Deklariert werden muss es gerade deshalb, damit Sie die Entscheidung mit ärztlichem Rat treffen können.
Ist Sonnenblumenlecithin besser als Soja?
Funktionell sind sie nahezu gleichwertig. Sonnenblume vermeidet die Allergendeklaration und die Gentechnik-Debatte um Soja, weshalb es zunehmend gewählt wird. Ein Sicherheitsunterschied besteht nicht.
Warum ist es in Schokolade?
Es senkt die Viskosität, damit die Masse beim Formen fließt. Eine sehr kleine Menge ersetzt eine erheblich größere Menge Kakaobutter — eine Textur- und zugleich eine Kostenentscheidung.
Quellen
- EFSA — Neubewertung von Lecithinen (E322) als Lebensmittelzusatzstoff (2017)
- Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 — Lebensmittelinformation (Allergenkennzeichnung)
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