Keine Panikmache und keine unverdiente Entwarnung. Jede Seite erklärt, was der Stoff ist, was Behörden tatsächlich festgestellt haben und wie Frelas Score ihn behandelt — auch dann, wenn er unbedenklich ist.
Tartrazin ist einer von nur sechs Farbstoffen in Europa, die einen gedruckten Warnhinweis zu Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern tragen müssen. Frela bewertet ihn hoch, weil dieser Hinweis eine behördliche Konsequenz ist und nicht die Meinung einer Kampagne.
Titandioxid ist der klarste Fall dieser Liste: Die EFSA kam 2021 zu dem Schluss, dass es als Lebensmittelzusatzstoff nicht mehr als sicher gelten kann, und die EU hat es verboten. Wer es heute auf einem Lebensmitteletikett in Europa findet, sollte stutzig werden.
Natriumnitrit erfüllt eine Aufgabe, die kein anderer Stoff so gut kann — es verhindert Botulismus in Pökelware. Gleichzeitig entstehen daraus beim Erhitzen Nitrosamine. Frela bewertet es als hohes Risiko, weil es der Zusatzstoff mit der direktesten Verbindung zu einer Gruppe-1-Einstufung der betroffenen Lebensmittel ist.
Aspartam ist der am besten untersuchte Süßstoff überhaupt. Die beiden Gremien, die ihn zuletzt bewertet haben, kamen zu Ergebnissen, die sich zu widersprechen scheinen — es aber nicht tun. Frela bewertet ihn nach der IARC-Einstufung von 2023 vorsorglich als hohes Risiko und sagt gleichzeitig klar: die Behörden haben ihre Grenzwerte nicht geändert.
Carrageen stammt aus Algen und wird seit Jahrhunderten gegessen. Die wissenschaftliche Debatte dreht sich aber um eine Unterscheidung, die in der Berichterstattung fast immer fehlt: lebensmitteltaugliches Carrageen gegenüber seiner abgebauten, niedermolekularen Form. Die EFSA behielt 2018 den ADI bei und räumte zugleich ein, diese Frage nicht abschließend klären zu können.
Das meiste, was man über Glutamat zu wissen glaubt, geht auf eine Anekdote von 1968 zurück, die sich in Blindstudien nie bestätigen ließ. Dass Frela es dennoch als mittleres Risiko führt, hat mit dieser Folklore nichts zu tun — sondern damit, dass die EFSA 2017 einen Grenzwert festlegte und feststellte, dass manche ihn überschreiten.
Sucralose süßt rund 600-mal stärker als Zucker und verlässt den Körper weitgehend unverändert — darauf beruht ihr Sicherheitsprofil. Die offenen Fragen betreffen das Erhitzen beim Backen und die Wirkung auf die Darmflora.
E471 gehört zu den meistverwendeten Zusatzstoffen Europas und zu den unspektakulärsten. Die EFSA sah keinen Anlass, einen Zahlenwert festzulegen. Wirklich wissenswert sind zwei Dinge: Er kann tierischen Ursprungs sein, und er ist nicht der Emulgator, um den es in der Darmflora-Forschung eigentlich geht.
Lecithin ist ein Phospholipid-Gemisch, das in Eigelb, Sojabohnen und in den Membranen menschlicher Zellen vorkommt. Die EFSA legte keinen Zahlenwert fest. Praktisch relevant ist für die meisten nur die Allergenzeile: Sojalecithin muss deklariert werden.
Citronensäure ist der Zusatzstoff, den am meisten Menschen für verdächtig halten — und derjenige, hinter dessen Verdacht am wenigsten steckt. Sie ist ein normaler Stoffwechselbaustein menschlicher Zellen. Frela bewertet sie als unbedenklich, mit einem einzigen echten Vorbehalt: den Zähnen.