E471 — Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren
Auch bezeichnet als: Emulgator E471 · Mono- und Diglyceride
E471 gehört zu den meistverwendeten Zusatzstoffen Europas und zu den unspektakulärsten. Die EFSA sah keinen Anlass, einen Zahlenwert festzulegen. Wirklich wissenswert sind zwei Dinge: Er kann tierischen Ursprungs sein, und er ist nicht der Emulgator, um den es in der Darmflora-Forschung eigentlich geht.
Auf einen Blick
- E-Nummer
- E471
- Klasse
- Emulgator
- Herkunft
- Aus Fetten und Ölen, pflanzlich oder tierisch
- EU-Status
- Zugelassen, in den meisten Kategorien quantum satis
- Duldbare Tagesdosis
- Nicht festgelegt (EFSA, 2017)
- Typisch enthalten in
- Brot, Margarine, Speiseeis, Kuchen, Kaffeeweißer, Kaugummi
Was es tatsächlich ist
Mono- und Diglyceride sind Fette mit einer oder zwei Fettsäuren an einem Glyceringerüst statt der drei eines gewöhnlichen Nahrungsfetts. Hergestellt werden sie durch Umsetzung von Fetten oder Ölen mit Glycerin, und der Körper verdaut sie wie jedes andere Fett.
Als Emulgatoren funktionieren sie, weil ein Ende wasserliebend und das andere fettliebend ist. Das hält Brot weich, verhindert das Absetzen von Margarine und gibt Speiseeis seine Textur.
Was die EFSA feststellte
Die EFSA bewertete E471 2017 neu und setzte den ADI auf „nicht festgelegt“ — die beruhigendste Kategorie des Systems, verwendet für Stoffe von so geringer Bedenklichkeit, dass ein Zahlenwert überflüssig ist. Sie trägt dem Umstand Rechnung, dass diese Stoffe wie normales Fett verdaut werden.
Zu einigen verwandten Emulgatoren forderte die EFSA zusätzliche Daten an und benannte Lücken in der toxikologischen Datenbasis. Es ist also kein völliges Fehlen offener Punkte — deshalb bewertet Frela geringes und nicht gar kein Risiko.
Die Verwechslung mit der Darmflora-Forschung
Es gibt echte und wachsende Forschung zu Emulgatoren und Darmgesundheit. Wichtig ist, welche Emulgatoren gemeint sind: Die einflussreichen Studien betreffen Polysorbat 80 (E433) und Carboxymethylcellulose (E466) — synthetische Stoffe, die strukturell nichts mit verdaulichen Fetten zu tun haben.
E471 landet in Schlagzeilen zu dieser Forschung regelmäßig mit, obwohl es eine andere Stoffklasse ist. Genau deshalb bewertet Frela E433 und E466 als mittleres und E471 als geringes Risiko.
Die Frage nach der Herkunft
E471 kann aus pflanzlichen Ölen oder aus tierischen Fetten hergestellt werden, und die E-Nummer allein verrät nicht, woraus. In der Praxis ist die europäische Produktion überwiegend pflanzlich, aber ein Produkt mit E471 ist nicht automatisch vegan oder vegetarisch.
Vegan zertifizierte Produkte haben die Herkunft geprüft. Andernfalls hilft nur die Nachfrage beim Hersteller — das ist eine Lieferketten-Information und nichts, was man dem Etikett ansieht.
So bewertet Frela ihn
Frela bewertet E471 als geringes Risiko. Für sich genommen bewegt es die Zusatzstoff-Komponente kaum und ist selten der Grund für einen schlechten Score.
Da nach dem schlechtesten enthaltenen Zusatzstoff bewertet wird, taucht E471 meist nur dort als ausschlaggebend auf, wo die Zutatenliste ansonsten sauber ist — etwa bei einem einfachen Supermarktbrot.
Häufige Fragen
Ist E471 vegan?
Nicht zwingend. Es kann aus pflanzlichen oder tierischen Fetten stammen, und die E-Nummer unterscheidet das nicht. Ein Vegan-Siegel auf der Packung ist das verlässliche Signal.
Steht es mit Darmproblemen in Verbindung?
Die Emulgator-Forschung hinter diesen Schlagzeilen dreht sich um Polysorbat 80 und Carboxymethylcellulose, nicht um E471. Frela bewertet diese beiden deshalb höher.
Warum ist in Brot so viel davon?
Es verzögert das Altbackenwerden und verbessert die Krume, was die Haltbarkeit deutlich verlängert. Sein Vorkommen ist eher ein Hinweis auf industrielle Herstellung als auf eine bedenkliche Zutat.
Quellen
- EFSA — Neubewertung von Mono- und Diglyceriden von Speisefettsäuren (E471) (2017)
- Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 über Lebensmittelzusatzstoffe
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