E330 — Citronensäure
Auch bezeichnet als: Zitronensäure · Säuerungsmittel
Citronensäure ist der Zusatzstoff, den am meisten Menschen für verdächtig halten — und derjenige, hinter dessen Verdacht am wenigsten steckt. Sie ist ein normaler Stoffwechselbaustein menschlicher Zellen. Frela bewertet sie als unbedenklich, mit einem einzigen echten Vorbehalt: den Zähnen.
Auf einen Blick
- E-Nummer
- E330
- Klasse
- Säureregulator, Antioxidationsmittel
- Herkunft
- Industrielle Fermentation mit dem Schimmelpilz Aspergillus niger — nicht aus Zitronen
- EU-Status
- Zugelassen, quantum satis
- Duldbare Tagesdosis
- Nicht festgelegt
- Typisch enthalten in
- Fast alles Saure: Limonaden, Marmelade, Dosentomaten, Süßwaren, Soßen
Was es tatsächlich ist
Citronensäure ist die Säure, die Zitronen sauer macht — und zugleich ein Schritt im Citratzyklus, mit dem jede Zelle Ihres Körpers Energie gewinnt. Sie produzieren und verbrauchen intern weit mehr davon, als Sie je als Zusatzstoff essen werden.
Ein verbreiteter Irrtum sei richtiggestellt: Industrielle Citronensäure wird nicht aus Zitrusfrüchten gewonnen. Sie entsteht durch Fermentation von Zucker mit dem Schimmelpilz Aspergillus niger — ein Verfahren aus den 1910er-Jahren, das sie billig genug für den flächendeckenden Einsatz machte. Im Netz wird das gelegentlich als Enthüllung präsentiert; tatsächlich ist es gewöhnliche industrielle Fermentation, verwandt mit der Herstellung von Essig oder Käse.
Warum sie überall drin ist
Citronensäure erfüllt mehrere Aufgaben gleichzeitig. Sie liefert Säure, stellt den pH-Wert so ein, dass Konservierungsstoffe wirken und Keime nicht, und bindet Spurenmetalle, die sonst das Ranzigwerden beschleunigen — deshalb steckt sie auch in Ölen und fetthaltigen Produkten ganz ohne sauren Geschmack.
Ihr ADI lautet „nicht festgelegt“, die Kategorie für Stoffe, bei denen ein Zahlenwert entbehrlich ist.
Der eine echte Vorbehalt
Citronensäure ist eine Säure, und saure Getränke greifen mit der Zeit den Zahnschmelz an. Dieser Effekt ist gut belegt und gilt für Fruchtsaft und ungesüßte Zitrusschorlen genauso wie für gezuckerte Limonaden — er ist vom Zuckergehalt unabhängig.
Das ist eine zahnmedizinische, keine toxikologische Frage, und es geht um das Trinkverhalten: über den Tag verteiltes Nippen ist ungünstiger als Trinken zur Mahlzeit. Frela bildet Zahnerosion nicht ab, deshalb sei es hier gesondert erwähnt.
So bewertet Frela ihn
Frela bewertet E330 als kein bekanntes Risiko. Sie mindert die Zusatzstoff-Komponente überhaupt nicht, und eine lange Zutatenliste wird nicht allein deshalb abgewertet, weil sie Citronensäure enthält.
Das ist Absicht. Ein Bewertungssystem, das bei Citronensäure zusammenzuckt, würde falschen Alarm schlagen — und damit die Warnungen entwerten, auf die es ankommt: Nitrit, Azofarbstoffe, E171.
Häufige Fragen
Ist aus Schimmelpilz gewonnene Citronensäure bedenklich?
Nein. Der Organismus fermentiert Zucker und wird bei der Aufreinigung entfernt; die fertige Säure ist dasselbe Molekül wie in Früchten. Bier, Käse und Sojasoße entstehen auf vergleichbare Weise.
Ist sie dasselbe wie Vitamin C?
Nein, das wird ständig verwechselt. Vitamin C ist Ascorbinsäure (E300). Citronensäure hat keine Vitaminwirkung.
Warum berichten manche von Unverträglichkeiten?
Berichtete Unverträglichkeiten gibt es, sie sind aber selten und schlecht charakterisiert. Manche Schilderungen könnten eher mit Rückständen aus dem Fermentationsprozess zusammenhängen als mit der Säure selbst — belegt ist das nicht.
Quellen
- EFSA — Neubewertung von Citronensäure (E330) und Citraten (2022)
- Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 über Lebensmittelzusatzstoffe
Zuletzt geprüft: